Definiere Ziele für deine Website - Bernhard Jodeleit

Definiere Ziele für deine Website

Mit einer Website Ziele zu erreichen wird leichter, wenn man sie zuvor exakt festlegt.

Konkrete Ziele festzulegen, die du mit deiner Website erreichen möchtest, ist von entscheidender Bedeutung. Nur so kannst du deinen Ressourceneinsatz kontrollieren und feststellen, ob sich deine Investitionen in die Internetpräsenz auch auszahlen. Das ist wichtig, denn Websites erfordern einen erheblichen Einsatz finanzieller und zeitlicher Ressourcen, damit diese ihren Zweck erfüllen. Es gilt in eine stabile technische Grundlage zu investieren, nützliche Texte zu schreiben, Bilder oder Grafiken zu erstellen oder zu erwerben.

Klar, dass sich diese Investitionen nach einigen Monaten (schneller geht das in der Regel nicht) auch auszahlen sollen. Ob das geschieht, kannst du anhand exakter Zieldefinitionen in zwei Bereich feststellen. Ich schlage vor, du definierst

  1. Ziele im Bereich der organischen Sichtbarkeit
  2. Ziele im Bereich der Conversions

Zieldefinition und Bewertung der organischen Sichtbarkeit

Die organische Sichtbarkeit bezieht sich auf Suchmaschinen wie Bing, Google et al., wobei der Marktanteil von Google in Deutschland bei mehr als 90 Prozent liegt.

Es ist wichtig, in den Suchergebnissen aufzutauchen. Denn jeder Besucher, der auf natürliche Weise über die Suchergebnisseiten zu dir findet, stellt einen konkret zu beziffernden Gegenwert dar. Du sparst dir nämlich eine entsprechende Werbemaßnahme.

Was dieselbe kosten würde, kannst du herausfinden. Nutze dazu beispielsweise den Google Keyword Planner. Dabei handelt es sich um ein Werkzeug, das dir verrät, wie viel es kosten würde, gegen Bezahlung (als Anzeige) in den Suchergebnissen gelistet zu werden und einen Besuch deiner Website zu erreichen. Dann hast du einen Anhaltspunkt und kannst ausrechnen, welchen monetären Gegenwert deine organische Sichtbarkeit in den Suchergebnissen darstellt.

Google Keyword Planner nutzen: So geht es

Wie du mithilfe des Google Keyword Planner den konkreten Gegenwert deiner organischen Sichtbarkeit bestimmen kannst, erläutere ich an dieser Stelle demnächst in einem Video, das nur für Mitglieder verfügbar ist. Melde dich an, um davon zu profitieren. Es kostet nichts und verpflichtet dich zu nichts.

Der Google Keyword Planner liefert absolute Zahlen. Du siehst,

  • wie oft nach dem jeweiligen Begriff pro Monat gesucht wird
  • wie hoch der Wettbewerbsdruck bei Google Ads (Suchmaschinenanzeigen) für diese Keywords ist.

Google Trends: Wonach sucht die Welt?

Einen anderen Zweck hat Google Trends. Dieser kostenlose, ohne Anmeldung nutzbare Dienst verrät, wonach die Welt sucht. Google Trends gibt im Gegensatz zum Google Keyword Planner nicht die absolute Anzahl der Suchanfragen aus. Es liefert relative Daten. Die Angaben erfolgen auf einem Index von 0 bis 100. Du erhältst einen Eindruck davon, nach welchen Begriffen weltweit oder in einem bestimmten Land wie häufig gesucht wird. Das hilft dir, die Bedeutung von Themen auf der Zeitachse besser einzuschätzen. Du siehst, ob das Interesse an Begriffen zunimmt oder abnimmt.

Das folgende Chart zeigt beispielhaft, wie oft die Menschen in Deutschland 2004 bis Ende 2020 nach dem Begriff “Home Office” gegoogelt haben.

In diesem Fall profitierte das Interesse von externen Faktoren. Es schlug sich in den Suchergebnissen nieder, dass “Home Office” aufgrund der Pandemie 2020 plötzlich eine Notwendigkeit wurde. Entsprechend nahm das Interesse an dem Begriff zu.

Bei anderen Themen, etwa neuen Technologien, nimmt das Interesse organischer und gleichmäßiger zu.

Derartige Trendanalysen können die Themenplanung für deine Website effizienter machen. Du lernst durch das regelmäßige Studieren von Google Trends, was die Menschen interessiert. Du entwickelst ein besseres Gefühl dafür, wie Hypes entstehen. Idealerweise versetzt dich deine Beschäftigung mit Google Trends in die Lage, frühzeitig Trends zu antizipieren. Dann kannst du dich mit Seiten und Artikeln auf deiner Website rechtzeitig positionieren. Du profitierst von höherer organischer Sichtbarkeit.

Zieldefinition und Bewertung von Conversions

Eine Conversion liegt vor, wenn eine für dich relevante Person eine aus deiner Perspektive wünschenswerte Aktion auf deiner Website durchführt. Conversions können unterschiedlich definiert sein. Mögliche Ereignisse, denen du einen konkreten Gegenwert zuschreiben kannst, sind beispielsweise:

  • Verkäufe (Sales), sofern du einen Onlineshop betreibst
  • gewonnene Kontakte (Leads). Eine Person nutzt dein Kontakt- oder Anmeldeformular und signalisiert damit Interesse an deinen Inhalten oder idealerweise sogar an einer geschäftlichen Kontaktaufnahme
  • eine herausragende Beschäftigung mit deinen Inhalten (hohes Engagement), etwa durch überdurchschnittlich viele Seiten, die innerhalb einer Nutzersitzung besucht wurden oder eine besonders lange Zeit, die Personen mit dem Konsum deiner Inhalte verbringen

Die drei Punkte sehe ich in absteigender Prioritäten-Reihenfolge. Gerade das letzte Kriterium (lange Verweildauer, viele abgerufene Seiten) kann, aber muss nicht unbedingt ein gutes Zeichen sein. Denn wenn Personen besonders lange auf deiner Website bleiben, kann das einerseits heißen, dass sie deine Inhalte toll finden. Andererseits kann es aber auch bedeuten, dass diese Menschen einfach nicht schnell genug gefunden haben, was sie suchten – oder dass sie beim Lesen abgelenkt waren, etwa, weil sie sich zwischendurch einen Kaffee geholt haben.

Die beiden ersten Punkte, Sales und Leads, sind allerdings knallharte Kriterien, die direkt auf dein Business einzahlen. Es obliegt deiner Verantwortung, zu definieren, was ein Lead für dich wert ist. Beim Verkauf (Sale) ist das einfacher: Hier stellt deine Gewinnmarge den Wert dar. Beim Lead musst du dir die Sicherheit, was derselbe im Durchschnitt wert ist, mit der Zeit erarbeiten. Verdienst du mit 90 Prozent deiner Leads keinen Cent und mit 10 Prozent im ersten Jahr jeweils 1.000 Euro Gewinn, so kannst du den durchschnittlichen Wert pro Lead prinzipiell so berechnen:

10 x 1.000 EUR = 10.000 EUR (Gewinn)
10.000 EUR / 100 = 100 EUR Gegenwert pro Lead

Wie du das genau machst, schreibt dir niemand vor. Doch du kannst diese Herangehensweise recht schön automatisieren, indem du mithilfe deiner Web-Analyse-Software verfolgst, wie viele Conversions dir Besucher aus welchen Plattformen bringen. Dann sieht du am Ende Daten wie diese:

  • Conversion Rate (Anteil der Conversions an der Anzahl aller Besucher) pro Traffic-Quelle oder Kampagne
  • Gegenwert einer Marketingmaßnahme: Hat sich eine Werbeanzeige oder ein mit dem Ziel organischer Sichtbarkeit verfasster Inhalt gelohnt?

Benötigte Zeit: 1 Tag.

So definierst du Ziele für deine Website

  1. Recherchiere, wonach deine Zielgruppe sucht.

    Befrage Google Trends nach der Entwicklung des Suchvolumens auf der Zeitachse. Verwende den Google Keyword Planner, um Suchvolumina pro Monat, Wettbewerb und Gebote bei Google Ads herauszufinden. Fertige einen Plan an, in dem du die Keywords und Keyphrases festlegst, zu denen du in den Suchergebnissen sichtbar werden möchtest.

  2. Lege Conversion-Ereignisse für deine Website fest.

    Lege fest, welche Ereignisse konkreten Fortschritt für deine Geschäftsziele bringen. Dabei kann es sich um gewonnene Interessenten (Leads) handeln, um Kontaktaufnahmen mit dir oder um Verkäufe.

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